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Hintergrund
Wer Marketing- und Werbe-Konzepte des Fußball-Sommermärchens ’06 wiederholt, läuft ein besonders hohes Risiko, diesen Sommer bei der WM 2010 am Markt vorbei zu investieren. Zu dieser Einschätzung kam der Lehrstuhl für Marketing I der Universität Hohenheim auf Basis der Analyse von Datenmaterial von 7 WM-Studien aus mehr als einem halben Jahrzehnt.
Demnach riss die WM 2006 vor allem Frauen mit. Hatten sich diese noch kurz vor Anpfiff in ihrer Begeisterung eher verhalten gezeigt, übertrafen sie nach dem Finale in ihrer Euphorie sogar noch die Männer.
Weit mehr als vorhergesagt machte die geschlechtsübergreifende Feierlaune und der Flair vieler weltweiter Gäste das Public Viewing zum besonderen Event – und zur herausragenden Werbe- und Sponsoring-Plattform: Fast die Hälfte der werberelevanten Bevölkerung besuchte mindestens eine Public Viewing-Veranstaltung im Jahr 2006.
Insgesamt verbreiteten sich Werbe-Botschaften damit weit über die fussball-affine Zielgruppe hinaus. So zeigen die Umfragen, dass sogar die Hälfte der Menschen, die sich im Vorfeld der WM 2006 noch als Nicht-Fans bezeichnet hatten, anschließend bereit war, für Fan-Artikel den Geldbeutel zu zücken.
All dies wird bei der WM 2010 nicht in einem solchen Umfang der Fall sein. In diesem Jahr müssen sich die Unternehmen verdeutlichen, dass die WM 2010 anders wahrgenommen werden wird. Deutschland ist nicht Austragungsland, der Fußball nicht mehr allgegenwärtig und es ist damit fraglich, ob den 2006-Konzepten, die auf das Sommermärchen bauten, erneut die Ansprache der weniger fußball-affinen Zielgruppen gelingt.
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